Kauf- und Verkaufsuntersuchung

Dabei ist zwischen der klinischen Untersuchung und weiterführenden diagnostischen Verfahren (Röntgen, Ultraschall, Endoskopie etc.) zu unterscheiden. Durch diese Untersuchungen können gesundheitliche Beeinträchtigungen festgestellt werden. Sie sagen nichts über spezielle Verwendungen des Tiers aus. Trotz gewissenhafter Untersuchung kann es sein, dass verdeckte oder mit der Untersuchung nicht feststellbare Mängel nicht aufgedeckt werden. Die Untersuchungen verringern das Risiko, beseitigt es aber nicht vollständig.

Der Tierarzt benötigt auch Informationen des Verkäufers über frühere Vorkommnisse, um die Befunde richtig zu interpretieren.

Klinische Untersuchung:

Sie verschafft einen Überblick über die momentane, gesundheitliche Beschaffenheit des Pferdes. Dabei werden Bewegungsapparat, Herz-Lunge, Auge, Haut etc. untersucht.

Röntgen:

- ermöglicht eine präzisere Interpretation der klinischen Befunde; trotzdem ist es keine Garantie für die zukünftige Leistungsfähigkeit des Pferdes. Im Standardumfang wird von einem Gelenk häufig nur eine Übersichtsaufnahme angefertigt, die wesentlich weniger Informationen als vier Aufnahmen aus verschiedenen Winkeln gibt.

Das Standardprofil von 10 Röntgenaufnahmen hat sich als sinnvoll erwiesen. Dabei handelt es sich um die Aufnahmen:

  • Zehe seitlich von allen vier Gliedmaßen
  • Strahlbein (Hufrolle) nach Ox-spring vorne beiderseits
  • Sprunggelenke beiderseits in Schrägaufnahme in zwei Ebenen

Dieser Umfang ist jederzeit erweiterbar. Bei verschiedenen Befunden sind auch weitere Aufnahmen empfehlenswert.

Weitere mögliche Untersuchungen:

Endoskopie:

Untersuchung des Kehlkopfs, der Luftröhre und der Lungenaufgabelung der Bronchien. Bloßes Abhören der Lunge vor und nach Belastung deckt leichte und leicht chronische Veränderungen nicht immer auf. Auch Kehlkopfpfeifen kann nur mit Endoskopie diagnostiziert werden.

Ultraschall:

Untersuchung der Sehnen, Bänder, Gelenke, des Herzen und anderer Organe zur Diagnose z.B. von Sehnenverletzungen oder auffälligen Herzgeräuschen.

Dopinguntersuchung:

Entnahme von Blut und/oder Urin und Laboruntersuchungen auf verschiedene entzündungshemmende Wirkstoffe. Wichtig: Bei der Entnahme sollen alle Parteien anwesend sein. Möglich ist auch die Anforderung eines offiziellen Dopingsets: Die Behältnisse für die Proben werden versiegelt, ein Formular mit den Nummern der Behältnisse wird ausgefüllt und von allen Parteien unterzeichnet. Jede Partei erhält eine Ausfertigung. Nur dieses Verfahren ist gerichtsfest.